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Kriminacht 2010 mit Anna F. Herzig
Wie schon anlässlich der 2. Kriminacht in den Wiener Kaffeehäusern im Jahr 2006, nimmt Anna Franziska Herzig - als
jüngste Autorin in der Runde - an der Kriminacht 2010, am 28. September 2010 teil. Sie liest dabei aus ihrem aktuellen Werk "Die Versuchung",
und zwar um
- 19 Uhr im Cafe Markus – Erste Bank (Tuchlauben 16, 1010 Wien)
- 21 Uhr im Cafe Hegelhof (Johannesgasse 16, 1010 Wien – Hier sind Reservierungen erforderlich!)
Pressetext
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Anna Franziska Herzig wurde 1987 in Wien geboren und hat ihre Kindheit in Waidhofen an der Ybbs verbracht. Nach dem erfolgreichen Abschluss von Haupt,- und
Handelsschule in Wien lebt und arbeitet auch hier.
Annas Begeisterung für Literatur zeigte sich sehr früh. Nach unzähligen, gelesenen Büchern beschloss sie bereits im Alter von 14 Jahren, ein eigenes
Buch zu schreiben. Zur selben Zeit - so wollte es der Zufall – wurde sie mit 14 dazu ausgewählt, im Rahmen des Coca Cola Mini-Marathons die Olympische
Fackel für Wien 300 m weit in Santa Barbara/Los Angeles zu tragen.
Mit knapp 16 Jahren hat sich Anna am Max Reinhart Seminar beworben, wurde jedoch abgelehnt
Trotzdem war 2003 ein erfolgreiches Jahr: Anna hat ihren
ersten Roman "Der Tod kann warten" fertiggestellt. Dieser ist 2005 im Gryphon Verlag erschienen. Es folgten eine Buchpräsentation im Thalia
Wien Mitte und Annas erste Teilnahme an der Kriminacht in Wien.
Zusammen mit Autorengrößen wie Stefan Slupetzky, Eva Rossmann, Thomas Raab, Alfred Komarek, Ernst Hinterberger und vielen anderen ist Anna
dieses Jahr wieder als jüngste Teilnehmerin bei der Kriminacht am 28. September vertreten. Aus ihrer aktuellen Arbeit "Die Versuchung" liest sie um
- 19 Uhr im Cafe Markus – Erste Bank (Tuchlauben 16)
und
- 21 Uhr im Cafe Hegelhof (Johannesgasse 16 – Hier sind Reservierungen erforderlich!)
Anna will sich (noch) nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegen. Aktuell arbeitet sie an ihrer ersten Liebesroman „Liebes-Geflüster“. Gleichzeitig schreibt
sie an einem Drehbuch und bereitet sich – so ganz nebenbei - auf die Studienberechtigungsprüfung für das Dolmetsch–Studium vor.
Foto
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Leseprobe aus "Die Versuchung"
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Prolog
Sie versuchte zu lauschen. Aber es war schwer. Alles an ihr schien zu schmerzen. Ihre Füße, ihre Oberschenkel, ihre Arme (sie war bis vor kurzem noch an
den Händen und Knöcheln gefesselt gewesen und es schien als hätte sich das Seil tief in ihre Haut eingebrannt) und ihr Kopf. Ihr Kopf randalierte,
als hätte die letzten zwei Nächte durchgemacht. Melanie war kurz davor sich zu übergeben, aber sie traute sich nicht. Sie wollte ihn nicht verärgern
und womöglich würde er sie anschließend in ihrem eigenen Dreck liegen lassen. Zumindest – trotz ihrer pochenden Blase – hatte sie es geschafft,
dem Druck noch nicht nachzugeben. Diese Peinlichkeit wollte sie sich ersparen. Sollte der Mann ihr aber keine humanere Möglichkeit geben, ihre
Blase zu entleeren, würde ihr früher oder später nichts anderes übrig bleiben.
Heute Früh hatte sie noch in ihrem Bett gelegen und hatte sich über den freien Tag gefreut, an dem sie sich mit ihrem Freund treffen würde.
Nichts allzu aufregendes. Kino, Popcorn, kuscheln in einem kitschigen Zweiersitz und möglicherweise einen romantischen Film. Zu dem sie
ihren Freund natürlich überreden musste - denn freiwillig würde er sich nie dazu hinreißen lassen – und vielleicht oder sogar ganz sicher
einen verführerischen Abend im Bett. Aber nun schien die Wahl des Filmes Melanies kleinste Sorge zu sein. Sie wusste nicht mal wie sie hier
hergekommen war. Sie hatte gefrühstückt, mit ihrem Freund telefoniert und wollte nur ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Im Nachhinein, dachte
sie, wäre es besser gewesen, ich wäre Zuhause geblieben. Das war eine verdammte Packung Milch und Zigaretten nicht wert gewesen. Es war so surreal.
Sie wusste nicht warum sie hier war und was für einen Nutzen dieser Typ von ihr hatte. An den naheliegensten wollte sie gar nicht denken. Es war
ihr egal, was der Mann wollte, solange er sie wieder gehen und ihr Leben führen ließ. Aber aus irgendeinem Grund – möglicherweise Verstand
genannt – hielt sie dies für sehr unwahrscheinlich. Sie versuchte stark zu sein. Mel musste sich damit abfinden, in welcher Situation sie
sich befand. Das es kein Film war, kein Traum. Es war ihr Leben. Sie war entführt worden. Diese Erkenntnis kostete sie Tränen. Sie war dreiundzwanzig
Jahre alt und hatte noch einiges vor. Obwohl ihr jetzt gar nicht zu scherzen zumute war, musste sie daran denken, dass ihr Vater nun glücklich
sein musste, dass weder der Sohn den er sich so sehnlichst statt einer Tochter gewünscht hatte, die Kanzlei übernehmen würde, noch sie. Mel
versuchte sich Taktiken zu überlegen, wie sie so schnell wie möglich hier raus kam. Zunächst musste sie heraus finden, wo hier überhaupt war. Sie
schob die Augenbinde vorsichtig ein Stück hoch, hielt die Augen jedoch geschlossen. Langsam blinzelte sie und die Dunkelheit schockierte sie.
Es war nicht bloß dunkel, sie sah überhaupt nichts. Sie schob die Augenbinde nun ganz hoch, bis vor die Stirn und stand langsam auf. Sie sah
weder wie groß der Raum war, noch ob sich irgendwelche Möbel oder andere Dinge darin befanden. Selbst wenn ein Eimer voller Säure vor ihr stehen
würde, sie würde ihn nicht sehen. Ganz ruhig, dachte sie. Ganz ruhig. Erkunde den Raum. Versuche eine Fluchtmöglichkeit zu finden. Während sie
sich langsam an der Wand entlang tastete (sie entschied, dass es sicherer wäre, der Wand entlang zu folgen anstatt ab durch Mitte zu hasten),
überlegte sie, ob sie wohl noch in Wien war. Vielleicht war sie auch im Ausland? Vielleicht auch nur wenige Meter von ihrer Wohnung entfernt.
Sie ergriff etwas und sie fühlte sich plötzlich nicht mehr ganz so hilflos: Ein Türgriff. Mel umklammerte ihn, wollte ihn nicht mehr loslassen.
Langsam tasteten ihre Finger nach einem Schloss darunter, aber da war nichts. Konnte es so einfach sein? Ihr Herz pochte wie wild. Sie spürte
wie ihre beiden Knie brannten, anscheinend waren sie aufgeschürft. Sie atmete einmal tief durch und drückte langsam die Türklinke hinunter.
Noch bevor sie die Türe einen Spalt öffnen konnte, hörte sie ein Knurren. Aber sie sah den Hund nicht. Dies war also der Haken. Sie stellte
sich einen Rottweiler vor. „Verdammt, verdammt, verdammt“, flüsterte sie, obwohl sie sicher war, es nur gedacht zu haben. Schnell machte sie
die Türe wieder zu. Möglicherweise eine Spur zu laut. Nun hörte sie die Schritte. Es waren schnelle Schritte. Scheiße, dachte sie und ging
hastig und auf weichen Knien an der Wand entlang zurück in ihr Eck. Sie musste denselben Fleck wiederfinden, an dem er sie zurückgelassen hatte.
Sie ließ sich schließlich an der Wand nieder sinken, doch ihr Atem ging zu schnell. Sie hoffte, dass sie dies nicht verraten würde. Die Augenbinde!
Schnell zog Melanie sie wieder vor ihre Augen. Wenn du ganz nett bist, dachte sie und versuchte gleichzeitig ihre zittrigen Hände zu beruhigen,
sagt er dir vielleicht was das alles zu bedeuten hat. Vielleicht. Die Türe wurde aufgerissen, eine Lichtschwall drang durch ihre Augenbinde.
„Bitte....“, hörte sie sich stammeln.
„Bitte hören Sie mir zu..... es gibt keinen Grund......“
„Aufstehen“, sagte die Stimme forsch.
„Ich weiß nicht warum.........“
„Aufstehen!“ Zwei Arme griffen unter ihre und zogen sie hoch.
„Ich habe doch nichts.... Ich bin nicht reich..... Ich habe nur dreihundert Euro auf meinem Konto.....das muss eine Verwechslung sein.... bitte....“ Sie
hatte sich vorgenommen nicht zu weinen, aber nun spürte sie, wie die heißen Tränen über ihre Wangen rollten.
„Was wollen sie von mir!“, brüllte sie und ihre mühsamst zusammengebastelte Beherrschung war dahin. Es kam keine Antwort. Plötzlich spürte sie
seinen Atem an ihrem Nacken.
Scheiße, dachte sie. Er wird mich vergewaltigen und umbringen. Und man wird meinen Körper irgendwo im Wald finden. Unter Ästen, Zweigen, Blättern.
Nach Wochen wird ohnehin nicht mehr viel davon übrig sein. Und ich werde nie den Grund erfahren. Ich hätte öfter in die Kirche gehen sollen.
Öfter beten, mehr spenden sollen.
„Hände hoch.“ Sie verspürte gleichzeitig den Drang zu lachen und zu weinen. Sie hob ihre zittrigen, dünnen Arme. Seine Händen banden etwas um ihre
Handgelenke. Ein Seil!
„Bitte hören Sie mir zu.... Sie müssen das nicht tun.............Wir können das lösen..... Wenn Sie mir sagen, was sie möchten kann ich...........“ Das
letzte Wort ging in dem Klang einer Ohrfeige unter. Sie begann zu wimmern.
„Es hat keinen Sinn sich rauszureden. Du bleibst wo du bist, kapiert?“, zischte die Stimme und drückte ihre Arme runter.
„Kennen wir uns...?“, stammelte sie und versuchte ruhig zu bleiben, während sie sich instinktiv auf dem Boden zusammenkrümmte, damit er nicht
allzu viel Fläche hatte, sollte er versuchen, nach ihr zu treten.
„Das will ich meinen.“ Und mit diesem Satz schlurfte er davon, ließ sie wieder alleine mit sich, der Dunkelheit und dem einzigen Gedanken,
den sie fähig war zu denken.
Ich will zu meiner Mami.
Kontaktdaten
(Presse)Anfragen richten Sie bitte an:
Anna Franziska Herzig
+43-664-769.84.48
annafranziskaherzig@gmx.at
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Sabine I. Petrasch
+43-1-405.55.63
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